Kleine Kunstwerke oder die Geschichte der Arachne

Als Tochter des Idmon von Kolophon, der sich als Purpurfärber einen Namen gemacht hatte, war Arachne in der lydischen Stadt Hypaipa eine sehr geschickte Weberin, die weitum gelobt wurde.

Dies ließ sie hochmütig werden und sie begann damit zu prahlen, dass ihr Geschick im Weben noch größer als jenes der Pallas Athene sei. Dies wiederum erzürnte die Göttin, doch wollte sie Arachne noch eine Gelegenheit geben, sich zu mäßigen. Deshalb erschien Athene in der Gestalt einer alten, weisen Frau und warnte Arachne vor ihrer Hybris. Doch Arachne zeigte keine Einsicht und fragte nur herausfordernd, weshalb die Göttin denn nicht selbst komme. „Da ist sie!“ sprach Athene und offenbarte ihre wahre Gestalt. Nun gingen die beiden Frauen ans Werk. Athene wählte als Motiv für ihren Wandteppich eine Szene, die aufzeigt, wie sie im Wettstreit um die Schirmherrschaft Athens gegen Poseidon obsiegte, Arachne dagegen bildete einundzwanzig Szenen, welche die Götter bei ihren Liebeseskapaden zeigen, ab.

Sogar Athene musste eingestehen, dass Arachnes Werk makellos war. Ihr Neid und die Schmähung, von einer Sterblichen so vorgeführt worden zu sein, ließ sie die Fassung verlieren. Sie zerriss Arachnes Wandteppich und schlug mit ihremWebschiffchen auf ihre Konkurrentin ein. Arachne, die nun die Rache der Göttin vollends fürchtete, erhängt sich darauf. Doch Athene ließ sie nicht sterben, sondern löste den Strick um ihren Hals und versprühte das Gift des Eisenhuts worauf sich der Strick in ein Spinnennetz und Arachne in eine Webspinne verwandelte. So waren Arachne und ihre Nachkommen dazu verdammt, bis in alle Ewigkeit zu weben und an Fäden zu hängen.

Quelle wikipedia

Wahrlich kleine Kunstwerke und wenn dann die Sonne ins nasse Netz scheint, ergeben sich wundervolle Farbenspiele. Ich mag bei der Spinne die Bedeutung, dass man sich jederzeit bewusst sein soll, dass man sein Schicksal selbst webt, dass die Gegenwart von heute die Zukunft von morgen sein wird.

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An der Nebelgrenze

Am Mittwoch hatte ich die Nase voll davon unter einer Nebeldecke, die nur grau und langweilig war, zu sitzen. Kurzerhand habe ich am Nachmittag meine Kamera gepackt und bin, nach einem kurzen Blick auf die Webcam, zum Bachtel, einem 1115m hohen „Berg“ gefahren. Ich war nicht die einzige mit der Idee, die Autos wälzten sich langsam die enge Strasse zum Gipfel hoch. In einem kleinen Waldstück liess ich das Auto stehen und machte mich auf die Socken, ich sollte es nicht bereuen:

Sollen sich die anderen um einen Platz auf dem Gipfel streiten, ich war zufrieden mit mir und der Welt…